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Desoxycholsäure Arzneimittelgruppen Gallensäuren

Desoxycholsäure ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der Gallensäuren mit fettzellauflösenden Eigenschaften. Es wird zur Behandlung eines Doppelkinns eingesetzt und dazu mehrfach lokal in das Gewebe gespritzt. Zu den häufigsten möglichen unerwünschten Wirkungen gehören lokale Reaktionen wie beispielsweise Schwellungen, ein Bluterguss, Schmerzen, Taubheit, Rötungen und Verhärtungen. Schwere Nebenwirkungen wie Verletzungen der Nerven im Kiefer können auftreten.

synonym: Deoxycholsäure, DCA, Deoxycholic acid, ATX-101, Desoxycholat

Produkte

Desoxycholsäure wurde in den USA im Jahr 2015 als Injektionspräparat zugelassen (Kybella®, Unternehmen: Kythera). In der Schweiz ist das Medikament bisher noch nicht registriert.

Struktur und Eigenschaften

Desoxycholsäure (C24H40O4, Mr = 392.6 g/mol) ist eine sekundäre Gallensäure, welche auch im menschlichen Darm von Darmbakterien aus primären Gallensäuren gebildet wird.

Wirkungen

Desoxycholsäure hat zytolytische (zellauflösende, adipozytolytische) Eigenschaften. Es führt nach der Injektion zu einer Zerstörung der Zellmembranen und der Fettzellen. Die Folge ist eine leichte entzündliche Reaktion. Die Zellreste werden von Makrophagen und Phagozyten entfernt.

Indikationen

Zur Behandlung eines Doppelkinns (Fettgewebe unter dem Kinn).

Dosierung

Gemäss der Fachinformation. Das Arzneimittel wird während der Behandlung mehrfach subkutan in das Gewebe gespritzt. Die Therapiesitzungen können wiederholt werden.

Kontraindikationen

Desoxycholsäure ist bei einer Überempfindlichkeit und lokalen Infektionen kontraindiziert. Die vollständigen Vorsichtsmassnahmen finden sich in der Arzneimittel-Fachinformation. Das Arzneimittel darf nicht für andere Fettgewebe verwendet werden.

Unerwünschte Wirkungen

Zu den häufigsten möglichen unerwünschten Wirkungen gehören lokale Schwellungen, ein Bluterguss, Schmerzen, Taubheit, Rötungen und Verhärtungen. Schwere Nebenwirkungen wie Verletzungen der Nerven im Kiefer können auftreten. Mögliche Folgen sind ein schiefes Lächeln, Muskellähmungen und Schluckbeschwerden.

LiteraturAutor

Interessenkonflikte: Keine / unabhängig. Der Autor hat keine Beziehungen zu den Herstellern und ist nicht am Verkauf der erwähnten Produkte beteiligt.


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Dieser Artikel wurde zuletzt am 1.5.2015 geändert.
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