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Carbapeneme Arzneimittelgruppen Antibiotika Beta-Lactam-Antibiotika

Carbapeneme sind Wirkstoffe aus der Gruppe der Beta-Lactam-Antibiotika zur Behandlung ausgewählter bakterieller Infektionskrankheiten mit empfindlichen Erregern. Sie sind bakterizid gegen aerobe und anaerobe grampositive und gramnegative Erreger. Die Wirkungen beruhen auf der Bindung an penicillinbindende Proteine und der Hemmung der bakteriellen Zellwandsynthese. Die Arzneimittel werden in der Regel als intravenöse Infusion verabeicht. Zu den häufigsten möglichen unerwünschten Wirkungen gehören Hautausschlag, Reaktionen an der Infusionsstelle, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Kopfschmerzen und eine Venenentzündung. Carbapeneme werden an der Niere aktiv sekretiert.

synonym: Thienamycine, Thienamycin-Derivate, Carbapenem-Antibiotika

Wirkungen

Carbapeneme (ATC J01DH ) sind bakterizid gegen aerobe und anaerobe grampositive und gramnegative Erreger. Die Wirkungen beruhen auf der Bindung an penicillinbindende Proteine (PBP) und der Hemmung der bakteriellen Zellwandsynthese, was zur Auflösung und zum Tod der Bakterien führt. Imipenem, der erste Vertreter der Arzneimittelgruppe, wird vom Nierenenzym Dehydropeptidase-I (DHP-I) abgebaut. Es wird deshalb fix mit dem Enzymhemmer Cilastatin kombiniert, welcher die Konzentrationen erhöht und zusätzlich die Nephrotoxizität verringert. Cilastatin hat selbst keine antimikrobielle Aktivität. Die übrigen Wirkstoffe werden nicht von DHP-I biotransformiert, weil sie eine Methylgruppe an der 1-β-Position tragen (R1). Mit Aunahme des langwirksamen Ertapenem haben alle Carbapeneme eine kurze Halbwertszeit von etwa einer Stunde. Sie zeichnen sich ferner durch eine Stabilität gegenüber vielen Beta-Lactamasen aus.

Wirkstoffe

Alle Carbapeneme sind von der Modellsubstanz Thienamycin abgeleitet und werden deshalb auch als Thienamycine bezeichnet. Thienamycin ist selbst nicht als Arzneimittel im Handel.

Die Carbapeneme Biapenem und Panipenem sind in der Schweiz nicht erhältlich.

Indikationen

Zur Behandlung bakterieller Infektionskrankheiten mit empfindlichen Erregern, in der Regel als Reservemedikamente. Zu den Anwendungsgebieten gehören unter anderem:

Dosierung

Gemäss der Fachinformation. Die Antibiotika werden meistens als intravenöse Infusion verabreicht, teilweise auch als Injektion.

Kontraindikationen

Carbapeneme sind bei einer Überempfindlichkeit, auch gegen andere Beta-Lactam-Antibiotika, kontraindiziert. Die vollständigen Vorsichtsmassnahmen finden sich in der Arzneimittel-Fachinformation.

Interaktionen

Carbapeneme sind organische Anionen und werden an der Niere sekretiert. Probenecid, ein Hemmer des Transports, kann die Plasmaspiegel und die Halbwertszeit im Plasma erhöhen. Desweiteren können die Antibiotika die Valproinsäure-Spiegel senken und Krampfanfälle auslösen.

Unerwünschte Wirkungen

Zu den häufigsten möglichen unerwünschten Wirkungen gehören Hautausschlag, Reaktionen an der Infusionsstelle, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Kopfschmerzen und eine Venenentzündung. Überempfindlichkeitsreaktionen werden gelegentlich beobachtet.

siehe auch

Beta-Lactam-Antibiotika

LiteraturAutor

Interessenkonflikte: Keine / unabhängig. Der Autor hat keine Beziehungen zu den Herstellern und ist nicht am Verkauf der erwähnten Produkte beteiligt.


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Dieser Artikel wurde zuletzt am 30.8.2017 geändert.
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