Unsere Vision Team Kontakt Werben SPENDEN Disclaimer Newsletter Twitter Facebook

Capsaicin-Pflaster Arzneimittelgruppen TRPV1-Agonisten

Capsaicin ist ein schmerzlindernder Wirkstoff aus der Gruppe der TRPV1-Rezeptor-Agonisten, der natürlicherweise in den Früchten von Capsicum-Arten vorkommt. Capsaicin-Pflaster (8%) sind zur Behandlung von Nervenschmerzen bei erwachsenen Nichtdiabetikern zugelassen. Eine einzige Anwendung vermag den Schmerz für mehrere Monate zu lindern. Zu den häufigsten unerwünschten Wirkungen gehören Schmerzen und Rötungen an den Auftragungsstellen des Pflasters, Juckreiz, Pappeln, Bläschen, Oedeme, Schwellung oder Trockenheit der Haut.

synonym: Capsaicin-Patch

Produkte

Capsaicin-Pflaster wurden in der Schweiz Ende Dezember 2010 neu zugelassen (Qutenza®, 8%).

Struktur und Eigenschaften

Capsaicin (C18H27NO3, Mr = 305.4 g/mol) ist ein Vanillylamid und bildet farblose Kristalle. Aufgrund seiner hohen Lipophilie ist es in fetten Ölen, Ether, Chloroform, Ethanol und Aceton löslich; in Wasser ist es hingegen praktisch unlöslich.

Wirkungen

Capsaicin (ATC N01BX04 ) wirkt schmerzlindernd und ist reizend. Die Wirkung beruht auf der hoch selektiven Bindung an den TRPV1-Rezeptor. Durch die schnelle Freisetzung wird die Synthese der Prostaglandine und Substanz P gehemmt. Die TRPV1-Rezeptoren werden überstimuliert und für weitere Reize unempfindlich gemacht. Der TRPV1-Agonist Capsaicin führt bei längerfristiger Anwendung zu einem reversiblen Funktionsverlust und zur Degeneration nozizeptiver Afferenzen. Die Wirkung kann verzögert innert einem Tag bis 2 Wochen eintreten, hält aber für zirka 3 Monate an.

Indikationen

Capsaicin-Pflaster werden zur Therapie von neuropathischen Schmerzen (Nervenschmerzen) bei Erwachsenen, die nicht an Diabetes leiden, angewendet. Capsaicin-Pflaster können alleine oder in Kombination mit anderen Schmerzmitteln benutzt werden.

Dosierung

Gemäss der Arzneimittel-Fachinformation. Capsaicin-Pflaster enthalten 8% Capsaicin und werden an den Füssen 30 Minuten und an anderen Körperstellen 60 Minuten lang belassen. Vor dem Auftragen des Pflasters sollte die betroffene Stelle lokal betäubt werden. Nach dem Auftragen wird die Stelle mit einem Butylhydroxyanisol-Reinigungsgel gereinigt. Bei Bedarf kann die Therapie alle 3 Monate wiederholt werden. Das Pflaster kann auf die gewünschte Grösse zugeschnitten werden. Es sollten nie mehr als 4 Pflaster gleichzeitig bei einem Patienten angewendet werden. Kontraindikationen

Capsaicin-Pflaster sind bei verletzter, gereizter oder trockener Haut kontraindiziert. Die vollständigen Vorsichtsmassnahmen finden sich in der Arzneimittel-Fachinformation.

Interaktionen

Lokal reizende Arzneimittel können die Hautirritationen verstärken.

Unerwünschte Wirkungen

Sehr häufig werden Schmerzen und Rötungen an den Auftragungsstellen des Pflaster beobachtet, welche aber nach 1-2 Wochen wieder verschwinden. Juckreiz, Pappeln, Bläschen, Ödeme, Schwellung oder Trockenheit der Haut sind häufig. Um ein Hautbrennen zu verhindern, sollte das medizinische Fachpersonal beim Auftragen stets Nitrilhandschuhe tragen. Capsaicin darf nicht in die Augen gelangen.

siehe auch

Capsaicin

LiteraturAutorin und Review

Interessenkonflikte: Keine / unabhängig. Die Autorin (SR) hat keine Beziehungen zu den Herstellern und ist nicht am Verkauf der erwähnten Produkte beteiligt. Review: AV

Weitere Informationen

© PharmaWiki 2007-2017 - PharmaWiki informiert unabhängig und zuverlässig über Medikamente und Gesundheit.
Dieser Artikel wurde zuletzt am 14.6.2012 geändert.
Produkte zu dieser Seite anzeigen