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Kann Cannabis eine Psychose verursachen?

Besteht eine Verbindung zwischen dem Konsum von Cannabis und der Entstehung einer Psychose? Eine Psychose ist ein Geisteszustand, der sich in Wahnvorstellungen, Halluzinationen, kognitiven Störungen und Verhaltensstörungen äussert. Dass Cannabis vor allem in hohen Dosen akute psychotische Symptome auslösen kann, ist gut dokumentiert. Gemeint sind vorübergehende und dosisabhängige Erscheinungen wie Verwirrung, Denkstörungen, emotionale Störungen, Depersonalisation und Paranoia, die auf die Intoxikation mit dem Rauschmittel zurückzuführen sind und von alleine wieder verschwinden, nachdem die Cannabinoide aus dem Köper ausgeschieden wurden.

Umstrittener ist die Frage, ob Cannabis einen kausalen Risikofaktor für die Entstehung einer persistierenden Schizophrenie oder anderer psychotischer Störungen darstellt. Oder liegt eine reverse Kausalität vor? Ist es also umgekehrt die psychische Erkrankung oder die Anlage dazu, welche empfänglich für das Rauchen des Hanfkrauts macht? Versuchen sich die Erkrankten mit dem Cannabis selbst zu behandeln? Oder gibt es einen dritten Faktor, der den eigentlichen Risikofaktor darstellt?

Die wissenschaftliche Gemeinschaft wurde auf das Thema aufmerksam, als Andréasson et al. im Jahr 1987 die Ergebnisse einer Kohortenstudie publizierten, die ein erhöhtes Schizophrenierisiko zeigt. In der Folge wurden zahlreiche weitere Studien mit ähnlichen Resultaten durchgeführt. Die aktuelle Datenlage deutet darauf hin, dass Cannabis bei empfindlichen (vulnerablen) Personen tatsächlich eine Psychose auslösen kann. Es stellt jedoch nur einen Risikofaktor in der komplexen Krankheitsentstehung dar und ist nicht als Hauptursache zu begreifen. Der genaue Zusammenhang zwischen Cannabis, Psychose und Prädisposition ist Gegenstand von Diskussionen. Es muss auch festgehalten werden, dass viele Raucher jahrelang Cannabis zu sich nehmen, ohne je eine Psychose zu entwickeln. Das Risiko scheint dosis- und altersabhängig zu sein. Je mehr geraucht wird und je jünger die Personen sind, desto höher ist das Risiko. Der Mechanismus der Krankheitsentstehung ist nicht vollständig geklärt. Cannabinoide wie Δ9-Tetrahydrocannabinol (THC) lösen Veränderungen im Neurotransmitter- und Dopaminsystem aus. Zusammengefasst gibt es Hinweise für eine kausale Beziehung, wissenschaftlich ist der definitive Beweis jedoch schwierig zu erbringen und es bleiben viele Fragen offen. Trotzdem wäre es wünschenswert, dass empfindliche Menschen vor allem im jungen Alter auf den häufigen Konsum von Cannabis verzichten.

siehe auch

Dronabinol, Cannabis, Risikofaktoren

LiteraturAutor

Interessenkonflikte: Keine / unabhängig. Mit bestem Dank an Richard Meier, Central Apotheke Düdingen, für die Fotografie.


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Dieser Artikel wurde zuletzt am 16.2.2015 geändert.
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