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Candidamykosen Indikationen Infektionskrankheiten Pilzinfektionen

Candidamykosen sind vom Hefepilz Candida albicans ausgelöste Pilzinfektionen. Da Candida-Pilze ein Bestandteil der natürlichen Flora des Menschen sind, werden Candidamykosen als endogene Infektionen betrachtet, die meist durch eine Störung des natürlichen Gleichgewichts in Folge einer Abwehrschwäche entstehen. Die Infektion kann sich sehr verschieden ausprägen und sehr unterschiedliche Organe betreffen. Dazu zählen unter anderem die Haut, der Verdauungs- und Genitaltrakt sowie die Atemwege. Candida albicans kann ebenfalls allergische Krankheitserscheinungen wie zum Beispiel ein Nesselfieber auslösen. Zur Therapie werden Antimykotika eingesetzt.

synonym: Candidose, Candidemia, Soor, Moniliose, Candida

Symptome

Ausführliche Informationen finden Sie unter den einzelnen Erkrankungen:

Erkrankung Lokalisation 
Mundsoor Mund, Verdauungstrakt
Candida-Oesogphagitis Speiseröhre
Scheidenpilz Vagina 
Hautmykosen Haut, inkl. Gesicht, Haare
Intertrigo Hautfalten
Windeldermatitis Gesäss
Nagelpilz Fingernägel
Faulecken Mundwinkel
Intravaskuläre Infektionen z.B. Befall von Prothesen
Weitere Harnblase

Zu den häufigsten Manifestationen einer Candida-Infektion gehören Mundsoor, Scheidenpilz, Infektionen des Verdauungstrakts und der Haut, besonders der Zwischenräume der Hände und Füsse sowie der Nägel und des Nagelbetts.

Verlauf

Meist lokal begrenzter Befall von Hautfalten oder Schleimhäuten. Bei stark beeinträchtigter Abwehrlage können die Pilze via Blut verbreitet werden, was zu einer lebensbedrohlichen systemischen Candidose führt. Systemische Infektionen betreffen häufig die Leber, Milz, Niere oder Lunge und führen oft zum Tod. Die Mortalität liegt bei ca. 44%.

Ursachen

In ca. 90% der Fälle ist der Hefepilz (Sprosspilz) Candia albicans Verursacher der Infektion. Es können aber auch andere Candida-Arten beteiligt sein, z.B. Candida parapsilosis, Candida tropicalis oder Candida glabrata.

Übertragung

Eine Candida-Mykose wird meist endogen, z.B. durch Immunschwäche, ausgelöst. Eine Immunschwäche wir unter anderem durch Medikamente (Immunsuppressiva, Glucocorticoide), Krankheit, oder physiologisch bei Säuglingen und Kleinkindern verursacht. Im Krankenhaus können Pilze der Gattung Candida auch exogen übertagen werden. Candida-Pilze können bei der Geburt von der Mutter auf das Kind übertragen werden → Mundsoor

Epidemiologie

Candida-Pilze sind die Hauptursache für opportunistische Pilzinfektionen, welche zu den systemischen Mykosen gezählt werden. Sie werden häufig im Krankenhaus erworben und zählen zu den wichtigsten nosokomialen Infektionen. Unter den systemischen Candidosen haben die nicht durch Candida albicans verursachten Candida-Arten in den letzten Jahren stark zugenommen

KomplikationenRisikofaktorenDiagnose

Die Diagnose erfolgt in ärztliche Behandlung anhand des klinischen Erscheinungsbildes sowie durch mikroskopischen Nachweis des Erregers und einer Pilzkultur zur Bestätigung des Resultats. Die Unterscheidung zwischen einer normalen Besiedlung durch Candida-Arten und einer gefährlichen Infektion ist oft sehr schwierig, weshalb der eindeutige Beweis einer invasiven Mykose häufig erst nach dem Tod vorliegt. Differentialdiagnosen: Rupturen der Speiseröhre, Entzündung der Herzinnenhaut (Endokarditis)

Medikamentöse Therapie

Antimykotika, die gegen Hefepilze wirksam sind:

Bei lokalen Infektionen:

Bei systemischen Infektionen:

Azol-Antimykotika:

weitere Antimykotika:

Hinweise zur medikamentösen Therapie:

Als Mittel der Wahl werden bei systemischen Candida-Infektionen Fluconazol oder Caspofungin eingesetzt.

Zur Behandlung der verschiedenen Krankheiten stehen verschiedene galenische Formen zur Verfügung: Crèmes, Salben, Mundgels, Suspensionen, Vaginalcrèmes, Vaginaltabletten, Ovules.

Eine Kolonisation mit Candida alleine rechtfertigt noch keine systemische Behandlung mit Antimykotika, da dieser Pilz ein Bestandteil der natürlichen Flora ist.

Amphothericin B und Itraconazol sollten nach Möglichkeit nicht kombiniert oder sequentiell nacheinander verabreicht werden, da in einigen Studien unter diesen Bedingungen ein antagonistischer Effekt beobachtet wurde.

Prävention

Um einer systemischen Infektion vorzubeugen werden Knochenmarkstransplantations-Patienten und HIV-Patienten mit einer Candida-Ösophagitis prophylaktisch mit Fluconazol behandelt.

Beratungshinweise

Wenn Erwachsene Candidosen an der Mund- und Zungenschleimhaut aufweisen, muss an konsumierende Grunderkrankungen wie zum Beispiel AIDS gedacht werden.

Wissenswertes

Es wird vermutet, dass aufgrund der Prophylaxe gegen Candida-Infektionen bei immunsupprimierten Personen die Häufigkeit anderer Pilzinfektionen gestiegen ist.

LiteraturAutorin

Interessenkonflikte: Keine / unabhängig. Die Autorin hat keine Beziehungen zu den Herstellern und ist nicht am Verkauf der erwähnten Produkte beteiligt.


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Dieser Artikel wurde zuletzt am 14.6.2012 geändert.
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