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COPD Indikationen

Die chronisch obstruktive Lungenerkrankung COPD äussert sich in Beschwerden wie Husten, Auswurf und Atemnot. Hinzu kommen wiederholt akute Verschlechterungen und häufige Begleiterkrankungen wie beispielsweise ein Verlust an Muskelmasse, Blutarmut, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Osteoporose. Zugrunde liegt eine andauernde und fortschreitende Atemwegsverengung, welche in der Mehrheit der Fälle vom Tabakrauchen verursacht wird. Zur Behandlung wird empfohlen, das Rauchen aufzugeben, körperlich aktiv zu bleiben und sich gegen Grippe und Pneumokokken impfen zu lassen. Zur medikamentösen Behandlung gelten bronchienerweiternde Wirkstoffe als Mittel der ersten Wahl.

synonym: Chronic Obstructive Pulmonary Disease, Chronisch obstruktive Lungenerkrankung

Symptome

Zu den möglichen Beschwerden der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) gehören ein chronischer Husten, Schleimbildung, Auswurf, Atemnot, Engegefühl in der Brust, Atemgeräusche, Energiemangel und Schlafstörungen. Die Beschwerden verschlimmern sich oft bei körperlicher Anstrengung. Als sogenannte Exazerbation wird eine akute Verschlechterung der chronischen Symptome bezeichnet. Daneben können auch zahlreiche systemische und extrapulmonale Begleiterkrankungen wie beispielsweise ein Verlust an Muskelmasse, Gewichtsverlust, Blutarmut, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Osteoporose, Depression, Infektionskrankheiten und Diabetes mellitus auftreten. Patienten mit COPD haben ein erhöhtes Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken. Die Lungenliga schätzt, dass in der Schweiz bis zu 400'000 Menschen von COPD betroffen sind.

Ursachen

Der Erkrankung liegt eine andauernde und fortschreitende Atemwegsobstruktion zugrunde. Die bei weitem häufigste Ursache ist das Tabakrauchen (> 80-90%), welches in der Lunge längerfristig eine entzündliche Reaktion, pathologische Veränderungen und eine Überblähung der Lungenbläschen hervorruft. Zu den weiteren Auslösern gehören Luftverschmutzung im Wohnraum, chronische Atemwegsinfektionen, Dämpfe, Staub und Chemikalien am Arbeitsplatz.

Diagnose

Die Diagnose wird in ärztlicher Behandlung unter anderem anhand der Patientengeschichte, der körperlichen Untersuchung, einer Lungenfunktionsmessung (Spirometrie) und mit bildgebenden Verfahren gestellt. Zu den möglichen Differentialdiagnosen gehören Asthma, Herzinsuffizienz und Infektionskrankheiten wie Tuberkulose. Mit dem CAT-Score kann die COPD in verschiedene klinische Schweregrade eingeteilt werden.

Nicht-medikamentöse BehandlungMedikamentöse Behandlung

Im Gegensatz zu Asthma sind bei der COPD nicht die inhalativen Glucocorticoide, sondern die Bronchodilatatoren die Mittel der ersten Wahl zur Behandlung. Zur Basistherapie werden vorzugsweise die langwirksamen Wirkstoffe eingesetzt.

Langwirksame Beta2-Sympathomimetika sind zwischen 12 bis 24 Stunden wirksam und ermöglichen eine langanhaltende Wirkung. Sie stimulieren selektiv die adrenergen β2-Rezeptoren der Bronchialmuskulatur und wirken so bronchospasmolytisch:

Kurzwirksame Beta2-Sympathomimetika werden zur raschen Symptomlinderung verabreicht:

Parasympatholytika sind Muscarinrezeptor-Antagonisten, welche die Wirkungen des Neurotransmitters Acetylcholin aufheben und so eine Bronchienerweiterung herbeiführen. Sie sind vom Tropanalkaloid Atropin abgeleitet und werden inhalativ verabreicht. Die neueren Wirkstoffe müssen nur einmal täglich angewandt werden:

Kombinationen von Beta2-Sympathomimetika mit Parasympatholytika:

Phosphodiesterasehemmer sind entzündungshemmend und/oder bronchienerweiternd. Die Wirkungen beruhen auf der Hemmung von Phosphodiesterasen in Entzündungszellen und der daraus folgenden Erhöhung von cAMP. Dadurch wird die Ausschüttung von Entzündungsmediatoren und die Migration von Neutrophilen und Eosinophilen in die Atemwege vermindert. Theophyllin hat eine enge therapeutische Breite und ist überdosiert toxisch. Es wird nicht mehr empfohlen, wenn andere Bronchodilatatoren zur Verfügung stehen:

Inhalative Glucocorticoide sind entzündungshemmende Wirkstoffe, welche bei schwerer COPD und Exazerbationen eingesetzt werden. Die Anwendung ist umstritten. Glucocorticoide haben immunsuppressive Eigenschaften und können einen Mundpilz verursachen. Deshalb sollte die Inhalation vor dem Essen erfolgen oder der Mund nach der Inhalation gespült werden. Die lokale Anwendung ist besser verträglich als die systemische. Eine Monotherapie wird nicht empfohlen:

Impfungen sind zur Vorbeugung von Atemwegsinfektionen angezeigt, welche zu Komplikationen und zu einer Verschlechterung der Erkrankung führen. Empfohlen wird einerseits die jährliche Grippeimpfung und andererseits eine Pneumokokken-Impfung, welche alle 5-6 Jahre erneuert werden muss.

Weitere Arzneimittel:

siehe auchLiteraturAutor

Interessenkonflikte: Keine / unabhängig. Der Autor hat keine Beziehungen zu den Herstellern und ist nicht am Verkauf der erwähnten Produkte beteiligt.


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Dieser Artikel wurde zuletzt am 28.9.2017 geändert.
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