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Bisacodyl

Arzneimittelgruppen Laxantien

Zusammenfassung

Bisacodyl ist ein abführender Wirkstoff, der bei Verstopfung und zur Darmentleerung kurzfristig eingenommen oder als Zäpfchen verabreicht wird. Es fördert die Darmbewegungen und die Ansammlung von Wasser und Elektrolyten im Darm. Bisacodyl sollte nicht kontinuierlich eingenommen werden, da dies zu Elektrolytstörungen und einem Kaliummangel führen kann. Häufig beobachtete unerwünschte Wirkungen sind Verdauungsbeschwerden wie Durchfall und Krämpfe.

synonym: Bisacodylum PhEur

Produkte

Bisacodyl ist in Form von Dragées und Zäpfchen im Handel. Neben Dulcolax®, das in der Schweiz seit 1957 im Handel ist, sind auch Generika erhältlich.

Struktur und Eigenschaften

Bisacodyl (C22H19NO4, Mr = 361.39 g/mol) gehört zur Gruppe der Diphenylmethane. Es hat bis auf die unterschiedliche Veresterung dieselbe Struktur wie Natriumpicosulfat und wird zum selben aktiven Metaboliten umgewandelt. Bisacodyl ist ein weisses bis fast weisses, kristallines Pulver, das in Wasser praktisch unlöslich ist.

Wirkungen

Bisacodyl (ATC A06AB02 ) wirkt abführend, indem es die Peristaltik des Dickdarms und die Wasser- und Elektrolytansammlung in seinem Lumen stimuliert. Bisacodyl ist ein Prodrug und wird wie Natriumpicosulfat von Enzymen der Darmschleimhaut in die aktive Substanz, das Diphenol Bis-(p-hydroxyphenyl)-pyridyl-2-methan (BHPM) übergeführt. BHPM hemmt die Flüssigkeitsabsorption aus dem Dünn- und Dickdarm und induziert dosisabhängig eine Sekretion. Die im Handel erhältlichen Dragées sind resistent gegen Magensäure und die Säfte des Dünndarms und erlauben die Freisetzung des Prodrugs erst im Dickdarm. Andernfalls würde Bisacodyl im Dünndarm absorbiert werden, in die Blutbahn gelangen und über Galle und Harn ausgeschieden.

Indikation

Bisacodyl wird zur kurzfristigen Anwendung bei Verstopfung eingesetzt. Eine längerfristige Anwendung sollte nur unter ärztlicher Kontrolle durchgeführt werden. Es kann auch zur Darmentleerung bei der Vorbereitung diagnostischer Verfahren verwendet werden.

Dosierung

Die Einnahme wird abends vor dem Schlafengehen empfohlen, damit der Darm am nächsten Morgen entleert werden kann. Die Dragées werden unzerkaut mit viel Flüssigkeit geschluckt. Die rektale Anwendung in Form von Zäpfchen ist schneller wirksam (Wirkungseintritt nach zirka 30-60 Minuten).

Kontraindikationen

Bisacodyl ist kontraindiziert bei Überempfindlichkeit, bei Darmverschluss oder einer akuten Erkrankung des Verdauungstrakts, bei starken Bauchschmerzen in Zusammenhang mit Übelkeit oder Erbrechen, bei schwerer Dehydratation und Hypokaliämie. Bei Kindern unter 4 Jahren wird die Verabreichung nicht empfohlen (bei Kinder unter 12 Jahren nur auf ärztliche Empfehlung). Bisacodyl sollte nicht kontinuierlich über einen längeren Zeitraum eingenommen werden, da dies zu einer Elektrolytstörung und einer Hypokaliämie (tiefe Kaliumspiegel im Blut) führen kann. Es soll nicht während der Schwangerschaft und Stillzeit eingenommen werden.

Interaktionen

Bisacodyl kann den Kaliumverlust durch andere Arzneimittel wie beispielsweise Diuretika und Glucocorticoide verstärken. Die daraus entstehende Hypokaliämie kann die Empfindlichkeit gegenüber Herzglykosiden erhöhen. Bisacodyl sollte bei oraler Gabe nicht in Kombination mit Milch, Antazida oder Protonenpumpen-Inhibitoren eingenommen werden, da sich sonst die magen- und dünndarmresistente Dragierschicht schneller auflöst. Die Verabreichung von diesen Produkten oder Arzneimitteln kann in einem zeitlichen Abstand von einer halben Stunde vor oder nach der Verabreichung von Bisacodyl erfolgen.

Unerwünschte Wirkungen

Zu den häufigsten möglichen unerwünschten Wirkungen gehören Verdauungsbeschwerden wie Krämpfe, Schmerzen, Übelkeit und Durchfall. Gelegentlich tritt Erbrechen auf. Überempfindlichkeitsreaktionen, anaphylaktische Reaktionen und ein Angiooedem sind selten. Bei längerfristigem Gebrauch können Störungen des Elektrolythaushalts, eine Hypokaliämie und eine Abhängigkeit auftreten.

siehe auch

Laxantien, Natriumpicosulfat, Verstopfung

Literatur

Weitere Informationen

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Dieser Artikel wurde zuletzt geändert am 16.4.2010