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Betahistin

Arzneimittelgruppen Antivertiginosa Histaminagonisten

Zusammenfassung

Betahistin ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der Histaminagonisten zur Behandlung von Schwindel und des Ménière-Syndroms. Es überwindet die Blut-Hirn-Schranke und verbessert die Durchblutung des Innenohrs. Als unerwünschte Wirkungen können histaminartige Effekte wie Sodbrennen, Hautreaktionen oder ein Hitzegefühl auftreten.

synonym: Betahistini dihydrochloridum, Betahistini mesilas PhEur

Produkte

Betahistin wird meist in Form von Tabletten und seltener als Tropfen verabreicht. Neben dem Originalpräparat Betaserc® sind auch Generika im Handel. Betahistin ist in der Schweiz seit 1971 zugelassen.

Struktur

Betahistin (C8H12N2, Mr = 136.19 g/mol) liegt in Arzneimitteln als Dihydrochlorid vor. Es wurde 1904 synthetisiert, ist ein Pyridinderivat und hat eine ähnliche Struktur wie Histamin.

Wirkungen

Betahistin (ATC N07CA01 ) ist antivertiginös und fördert die Durchblutung des Innenohrs. Es ist ein Histaminagonist am H1- und H3-Rezeptor und überwindet im Gegensatz zu Histamin auch die Blut-Hirn-Schranke. Es bindet nicht an den H2-Rezeptor und sollte deshalb keine Effekte auf die Magensäuresekretion haben.

Indikationen

Betahistin ist zur Behandlung von Schwindel, der auf Durchblutungsstörungen des Innenohrs zurückzuführen ist und zur Behandlung des Ménière-Syndroms und ménièreartigen Syndrome (Schwindel, Ohrensausen, Gehörverminderung), zugelassen. Betahistin ist appetithemmend und könnte in Zukunft zur Behandlung von Übergewicht eingesetzt werden. Es ist in dieser Indikation aber bisher nicht zugelassen.

Dosierung

Die übliche Tagesdosis liegt bei 24 bis 48 mg, verteilt auf 2-3 Einzeldosen. Die Arzneimittel sollten während den Mahlzeiten eingenommen werden.

Kontraindikationen

Betahistin ist bei Überempfindlichkeit, Phäochromozytom und einem Magen- oder Darmgeschwür kontraindiziert. Die vollständigen Vorsichtsmassnahmen finden sich in der Arzneimittel-Fachinformation.

Interaktionen

Antihistaminika können die Wirkung von Betahistin abschwächen, weil sie seine Wirkung antagonisieren.

Unerwünschte Wirkungen

Die Nebenwirkungen sind teilweise auf die Histaminähnliche Wirkung von Betahistin zurückzuführen. Zu den häufigsten unerwünschten Wirkungen gehören Übelkeit und dyspeptische Beschwerden. Ferner können Überempfindlichkeitsreaktionen, Hautreaktionen wie Ausschläge, Juckreiz, Urticaria, Benommenheit, Kopfdruck, fühlbare Herzschläge, gastrointestinale Störungen wie Erbrechen, Magenbrennen, Magenschmerzen, Hitzegefühl, Nervosität, Augenbrennen, Brustbeklemmungen, Kopfschmerzen und Empfindungsstörungen auftreten.

Literatur

Weitere Informationen

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Dieser Artikel wurde zuletzt geändert am 6.7.2010