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Ausschlag nach der Rasur Indikationen

Rasieren reizt die Haut und trocknet sie aus. Deshalb können nach der Rasur Hautrötungen und ein Brennen auftreten und bei schwerem Verlauf Papeln und Pusteln entstehen. Männer hispanischer und afrikanischer Herkunft leiden häufig an einer sogenannten Pseudofolliculitis barbae, die bei regelmässiger Rasur von eingewachsenen Haaren verursacht wird. Zur Vorbeugung von Irritationen ist die richtige Rasurtechnik wichtig. Aftershaves auf Alkoholbasis sollen vermieden und stattdessen rehydratisierende und reizlindernde Balsame aufgetragen werden. Kürzere oder längere Rasurpausen wirken sich ebenfalls günstig aus.

synonym: Pseudofolliculitis barbae, Rasurbrand, Pseudofolliculitis pubis, Folliculitis barbae traumatica, Rasurintoleranz, Traumatische Follikulitis

Symptome

Bei einem leichten Verlauf kommt es nach der Rasur zu einem Brennen (Rasurbrand), Rötungen, Juckreiz und einem Ausschlag, der innert einiger Stunden oder weniger Tage wieder verschwindet. Ein chronischer und schwerer Verlauf, wie die Pseudofolliculitis barbae, äussert sich in einer entzündlichen Reaktion mit Papeln und Pusteln, eingewachsenen Haaren bis hin zu Komplikationen wie Hyperpigmentierung, Narbenbildung, Abszessbildung und sekundärer Infektion.

Ursachen

Leichte Beschwerden entstehen aufgrund der Hautreizung, kleinen Verletzungen, Schnitten und einer falschen Rasurtechnik (stumpfe Klinge, zu hoher Druck, Rasur gegen den Wuchs). Rasieren und Aftershaves auf alkoholischer Basis trocknen die Haut zudem stark aus und beeinträchtigen die Hautbarriere. Es kann jede behaarte und rasierte Hautstelle betroffen sein, also neben dem Bartbereich zum Beispiel auch die Brust, die Achseln, die Extremitäten und der Intimbereich.

Die Pseudofolliculitis barbae betrifft vor allem Männer dunkler Hautfarbe hispanischer oder afrikanischer Herkunft mit dickem, krausem Haar. Auch Frauen mit Hirsutismus gehören zu dieser Risikogruppe. Es handelt sich um eine Fremdkörperreaktion auf eingewachsene Haare. Die durch die Rasur scharf geschnittene Haarspitze wächst dabei wieder in die Haut ein, statt normal auszuwachsen. Dieser Prozess wird durch eine Glattrasur und das Abschneiden des Haars unter der Haut begünstigt. Es wird von einer Pseudofolliculitis gesprochen, weil an der Entstehung keine Mikroorganismen beteiligt sind.

Diagnose

Die Diagnose wird aufgrund der körperlichen Untersuchung und der Patientengeschichte gestellt. Zu den möglichen Differentialdiagnosen gehören Akne, bakterielle Follikulitis, Sarkoidose, Pilzinfektionen im Bartbereich (Tinea barbae) und weitere Hauterkrankungen.

Nicht-medikamentöse Behandlung

Bei Beschwerden, die über leichte Irritationen hinausgehen, sollte die Rasur je nach Ursache für einige Tage bis Wochen eingestellt werden, damit sich die Haut beruhigen kann, die Haare auswachsen und keine wiederholte Reizung stattfindet. In den meisten Fällen verschwinden dadurch die Hautläsionen. Längere Haare lassen sich auch einfacher rasieren. Sich einen Bart wachsen zu lassen beseitigt die Beschwerden einfach und dauerhaft, kommt aber nicht für alle Männer und nicht in jedem sozialen Umfeld in Frage. In einigen Kreisen gilt leider immer noch ein impliziter oder expliziter Rasurzwang. Der Bartwuchs wird als eine Ausnahme und als ein Zeichen von Nachlässigkeit oder einer bestimmten Lebenseinstellung angesehen. Bei einer Pseudofolliculitis barbae soll eine Glatt- und Nassrasur vermieden werden und das Haar stattdessen mit einem elektrischen Rasierer auf 1-3 mm zugeschnitten werden. Mit verschiedenen mechanischen Methoden (Waschlappen, Schwamm, Massage) kann die oberste Hautschicht abgelöst und das normale Wachstum der Haare erleichtert werden. Die Haarfollikel können durch eine Laserbehandlung auch permanent entfernt werden.

Wird nass rasiert, sollen Haut und Haare zuerst mit Wasser und einer Reinigungscrème erweicht und gewaschen werden. In vielen Ratgebern wird empfohlen, dazu warmes Wasser zu verwenden oder vor der Rasur warm zu duschen. Während Wärme zwar bei gesunder Haut und feinen Haaren die Rasur erleichtert, erhöht sie gleichzeitig die Durchblutung und kann Verletzungen und Irritationen begünstigen. Kaltes Wasser zieht hingegen die Haut und die Gefässe zusammen und wirkt so reizlindernd und beugt Irritationen vor. Das Rasiergel erweicht die Haut und die Haare zusätzlich und soll ausreichend lange einmassiert und einwirken gelassen werden (1-5 Minuten). Beim Rasieren nicht zuviel Druck anlegen und wenn möglich immer in Richtung des Haarwachstums rasieren. Die Klinge muss ausreichend scharf sein und soll deshalb regelmässig gereinigt, gewechselt und nicht beschädigt werden. Am Ende der Rasur die Haut mit kaltem Wasser abspülen, abtrocknen und einen milden Aftershave-Balsam auftragen.

Medikamentöse Behandlung

Nach jeder Rasur sollte die Haut mit einem milden, alkoholfreien Balsam rehydratisiert, gekühlt und gepflegt werden. Solche Aftershave-Balsame sind von verschiedenen Herstellern im Handel erhältlich (z.B. Vichy Homme®, Biokosma®, Gillette®, Nivea for Men®, Weleda®). Aftershaves auf Alkoholbasis sind aus unserer Sicht nicht geeignet, da sie die Haut reizen und zusätzlich austrocknen. Zwei mögliche positive Effekte sind die desinfizierende Eigenschaft des Alkohols und die entfettende Wirkung bei fettiger Haut. Zur Behandlung der Pseudofolliculitis barbae werden unter anderem Keratolytika wie Retinoide, Aknemittel und Peelings, topische Glucocorticoide, Antibiotika und Enthaarungsmittel eingesetzt (vgl. Literatur).

LiteraturAutor

Interessenkonflikte: Keine / unabhängig. Der Autor hat keine Beziehungen zu den Herstellern und ist nicht am Verkauf der erwähnten Produkte beteiligt.


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Dieser Artikel wurde zuletzt am 24.11.2012 geändert.
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