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Angina pectoris Indikationen Koronare Herzkrankheiten

Angina pectoris führt aufgrund von Durchblutungsstörungen des Herzmuskels und einer damit verbundenen Sauerstoffunterversorgung zu plötzlich auftretenden Schmerzen im Brustbereich. In den meisten Fällen ist die Minderdurchblutung arteriosklerotisch bedingt und die Anfälle werden durch den zusätzlich erhöhten Sauerstoffbedarf bei körperlicher oder psychischer Belastung ausgelöst. Da es sich bei Angina pectoris um ein Warnsignal für einen drohenden Herzinfarkt handelt, sollte die Krankheit ernst genommen werden. Die Behandlung eines akuten Anfalls erfolgt primär mit sublingualem Nitroglycerin, während zur dauerhaften Therapie Betablocker, Calciumkanalblocker, Vasodilatatoren und antithrombotische Arzneistoffe eingesetzt werden. Bei nicht zufrieden stellenden Resultaten oder schwerer Angina pectoris kann eine chirurgische Gefässerweiterung oder eine Bypassoperation durchgeführt werden.

synonym: Brustenge, Stenokardie, Herzenge

Symptome

Meist plötzlich auftretende Schmerzen hinter dem Brustbein, die ev. auch in den Brustkorb, die Arme, den Kiefer und den Rücken ausstrahlen. Es ist auch möglich, dass die Schmerzen peripher beginnen und ins Zentrum ausstrahlen, sie liegen jedoch nie höher als die Ohren oder tiefer als der Nabel.

Das Erscheinungsbild von Angina pectoris ist bei Frauen, älteren Menschen und Diabetiker oftmals atypisch.

Einteilung

1. Chronische, stabile Angina pectoris:

2. Instabile Angina pectoris:

Plötzliche Veränderung des klinischen Bildes von Angina pectoris, z.B.:

Da die Eigenschaften von Angina pectoris für einen bestimmten Patienten normalerweise relativ gut voraussagbar sind, sollte jede Veränderung ernst genommen werden. Die instabile Angina pectoris wird entsprechend der „Braunwald Classification of unstable Angina“ nach Schweregrad Umständen des Auftretens klassifiziert. Die Einteilung von Patienten mit instabiler Angina pectoris kann aber auch anders erfolgen.

3. Prinzmetal Angina (Variantangina):

Verlauf

Die chronische, stabile Angina pectoris hat eine relativ gute Prognose. Die jährliche Mortalität beträgt lediglich 2-3%. Der Verlauf ist abhängig davon, wie viele und wie schwer die Koronararterien betroffen sind.

Ursachen

Die Schmerzen treten in Folge einer vorübergehenden Minderdurchblutung des Herzmuskels und einer damit verbundenen Sauerstoffunterversorgung auf. Aufgrund dieses Mechanismus können alle Faktoren, welche die Blutgefässe verengen (z.B. Arteriosklerose oder vasomotorische Störungen) oder den Sauerstoffbedarf des Herzens erhöhen (z.B. körperliche und psychische Belastung) zu Angina führen.

Einer der häufigsten Gründe für die Minderdurchblutung ist eine Verengung der Blutgefässe infolge von Arteriosklerose. Bei der Diagnose von Angina pectoris liegt die Wahrscheinlichkeit bei 90%, dass der Patient an einer koronaren Herzkrankheit leidet. Beobachtungen haben gezeigt, dass der Durchmesser der Gefässe mindestens 50-70% verengt sein muss, damit die Blutversorgung bei körperlicher Aktivität nicht mehr ausreicht.

Die Durchblutungsstörung vermindert die ATP-Synthese und führt so zu einer Azidose und zur Freisetzung chemischer Substanzen (unter anderem Lactat, Serotonin, Bradykinin, Histamin, reaktive Sauerstoffspezies und Adenosin), welche via chemosensitive und mechanorezeptive Rezeptoren die Nerven des Herzmuskels stimulieren. Es wird davon ausgegangen, dass es sich beim primären Mediator von Angina pectoris um Adenosin handelt, das via A1 Adenosin-Rezeptor wirkt.

Epidemiologie

Die Wahrscheinlichkeit an einer typischen Angina pectoris zu leiden, liegt bei Männern ab 40 über 90%, während sie bei Frauen erst ab 60 Jahren so hoch liegt.

Angina pectoris ist bei Frauen die häufigste Erstmanifestation einer koronaren Herzkrankheit, während sie bei Männern nach dem Mykoardinfarkt die zweithäufigste Erstmanifestation darstellt.

KomplikationenRisikofaktoren

Verstärkende Faktoren:

Diagnose

Die Diagnose erfolgt beim Arzt anhand der Symptome, eines EKGs und einer Koronarangiographie.

DifferentialdiagnoseNicht-medikamentöse Therapie

Die Ballondillatation eignet sich zur Behandlung von Patienten, bei denen die medikamentöse Therapie nicht zufrieden stellende Resultate zeigt. Sie birgt jedoch das Risiko von Plaqueverletzungen und Embolien und erhöht das unmittelbare Risiko eines Herzinfarktes. Zudem besteht das Problem der Restenose, weshalb die gewonnenen Vorteile nach zwei bis drei Jahren wieder verschwinden. Ausserdem liegt bis jetzt kein Beweis vor, dass eine Ballondilatation das Todesrisiko senkt.

Medikamentöse Therapie

In der Phytotherapie werden unter anderem Weissdorn und Knoblauch eingesetzt.

Zur Behandlung akuter Anfälle ist sublinguales Nitroglycerin am besten geeignet.

Vorbeugung

Vermeidung von Risikofaktoren, z.B. Rauchen und regelmässige Einnahme der verschriebenen Medikamenten gegen Bluthochdruck, zu hohen Blutzucker oder zu hohe Blutfettwerte.

Wissenswertes

Aufgrund der natürlichen Schwankungen des arteriellen Blutdrucks treten die Schmerzen bei vielen Menschen am Morgen auf, da der arterielle Blutdruck zu diesem Zeitpunkt relativ hoch ist.

Die Schmerzen bei einem Angina pectoris-Anfall nehmen mit der Zeit zu. Nicht-kardiale Schmerzen beginnen dagegen meist mit der höchsten Intensität.

Das Verschwinden der Schmerzen nach Verabreichung von Nitroglycerin ist nicht sepzifisch für Angina pectoris, bei Krämpfen der Speiseröhre oder anderen gastrointestinalen Beschwerden kann dasselbe Resultat beobachtet werden.

siehe auch

Koronare Herzkrankheit, Arteriosklerose, Metabolisches Syndrom

Literatur

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Dieser Artikel wurde zuletzt am 7.4.2013 geändert.
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