Amorolfin
Arzneimittelgruppen
Antimykotika
Morpholin-DerivateZusammenfassungAmorolfin ist ein gegen Pilze aktiver Wirkstoff, der als Lack zur lokalen Behandlung von Nagelpilz oder als Crème zur Behandlung von Hautpilzen verwendet wird. Beim Nagelpilz wird der Lack 1-2 mal pro Woche nach dem Abfeilen des Nagels aufgetragen; die Behandlungsdauer ist lang und beträgt einige Monate bis zu einem Jahr. Der Vorteil der äusserlichen Behandlung liegt in der besseren Verträglichkeit.
synonym: Amorolfinum, Amorolfini hydrochloridum
Produkte
Amorolfin ist als Nagellack und Crème im Handel (Loceryl®). Es ist in der Schweiz seit 1991 zugelassen.
Struktur
Amorolfin (C21H35NO, Mr = 317.5 g/mol) ist ein Morpholinderivat. Es liegt in Arzneimitteln auch als Hydrochlorid vor.

Wirkungen
Amorolfin (ATC D01AE16
) ist antimykotisch, fungistatisch bis fungizid. Es hemmt die Ergosterolsynthese durch Inhibition der Δ14-Reduktase und der Δ7-8-Isomerase.
Indikationen
Es wird in Form eines Nagellacks zur Behandlung von Nagelpilz verwendet, der von Dermatophyten, Hefe- oder Schimmelpilzen verursacht wird. Als Crème wird es gegen von Dermatophyten oder Candidapilzen verursachte Hauterkrankungen eingesetzt.
Dosierung
Der Nagellack wird 1 bis 2 mal pro Woche auftragen, die Crème einmal täglich abends. Nagelfeilen, die zur Behandlung von kranken Nägel eingesetzt wurden, dürfen nicht mehr für gesunde Nägel verwendet werden. Vor dem Auftragen des Nagellacks müssen die erkrankten Nägel, besonders die Nagelflächen, mit der beiliegenden Nagelfeile so gut wie möglich abgefeilt und mit dem in der Packung enthaltenen getränkten Tupfer gereinigt und entfettet werden.
Kontraindikationen
- Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem Hilfsstoff
- Schwangerschaft und Stillzeit: siehe Fachinformation
- Aufgrund ungenügender klinischer Erfahrung sollte Amorolfin bei Kindern nicht angewendet werden.
Interaktionen
Additive oder synergistische Wirkung gegen Dermatophyten in Kombination mit anderen Antimykotika wie Ketoconazol, Itraconazol oder Terbinafin.
Unerwünschte Wirkungen
Der Nagellack kann ein vorübergehendes Brennen unter dem Nagel nach der Applikation und selten Nagelverfärbungen und spröde Nägel verursachen. Die Crème kann leichte Hautreizungen, wie z.B. Hautrötung, Juckreiz und Brennen auslösen.
siehe auch
Beachten Sie auch die folgenden Seiten: Nagelpilz, Pilzinfektionen, Antimykotika
Literatur
- Arzneimittel-Fachinformation (CH)
- Mayser P. Angriff auf Haare, Haut und Nägel. Pharmazeutische Zeitung, 2007, 6



