Amantadin
Arzneimittelgruppen
Antiparkinsonika / AntiviraliaZusammenfassungAmantadin ist ein antiviraler Wirkstoff, der zur Behandlung von Parkinson oder der Grippe (Influenza Typ A) eingesetzt wird. Aufgrund seiner dopaminergen und anticholinergen Wirkungen bei treten bei der Behandlung relativ häufig unerwünschte Wirkungen auf.
synonym: Amantadini hydrochloridum PhEur, Amantadini sulfas
Produkte
Amantadin ist in Form von Tabletten, Kapseln und als Infusionslösung im Handel (Symmetrel®, PK-Merz®).
Struktur
Wirkungen
Amantadin (ATC N04BB01
) ist antiviral, dopaminerg und anticholinerg.
Wirkmechanismus
Grippe: Der Wirkstoff hemmt das Uncoating von Influenzaviren durch Blockade des M2-Kanals:
Indikationen
- Behandlung und Vorbeugung der Grippe (Influenza Typ A)
- Morbus Parkinson
Dosierung
Influenza (Typ A), so früh wie möglich nach Beginn der Symptome, während 4-5 Tagen:
- Kinder zwischen 5 und 10 Jahren: 1 mal täglich 100 mg
- Kinder ab 10 Jahren und Erwachsene bis 65 Jahre: 2 mal täglich 100 mg
Ältere Menschen: gemäss Fachinformation (Dosisanpassung)
Die Dauer der Prophylaxe wird der Dauer der Epidemie angepasst.
Problem: zahlreiche Resistenzen!
Kontraindikationen
- Überempfindlichkeit
- Erregungs- und Verwirrtheitszuständen
- Epilepsie, Psychosen, Delirium
- Schwangerschaft und Stillzeit: siehe Fachinformation. Es gibt Hinweise auf foetale Risiken.
Mit Vorsicht anwenden:
- Herzinsuffizienz: Auftreten von Oedemen
- Eingeschränkte Nierenfunktion (Dosisanpassung)
- Unbehandeltes Engwinkelglaukom (anticholinerge Wirkungen)
- Nicht abrupt absetzen
Interaktionen
Anticholinergika, Dopaminagonisten, Levodopa, Neuroleptika, Alkohol und Psychopharmaka können die zentralen und anticholinergen unerwünschten Wirkungen verstärken.
Diuretikakombinationen (Hydrochlorothiazid + kaliumsparendes Diuretikum) können die Plasmakonzentrationen erhöhen und unerwünschte Wirkungen verstärken.
Unerwünschte Wirkungen
Häufig:
- Depression, Angst, gehobene Stimmung, Erregung, Nervosität, Konzentrationsschwäche, Schwindel, Benommenheit, Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, Lethargie, Halluzinationen, Alpträume, Ataxie, undeutliche Sprache, verschwommenes Sehen
- Palpitationen, orthostatische Hypotonie.
- Knöchelödeme
- Mundtrockenheit, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Verstopfung
- Schwitzen
Weitere, seltenere unerwünschte Wirkungen




