α-Glucosidase Inhibitoren
Arzneimittelgruppen
AntidiabetikaZusammenfassungα-Glucosidase Inhibitoren werden als Zusatztherapie von Diabetes mellitus Typ 2 verwendet. Sie verzögern die Verdauung von Kohlenhydraten im Darm. Dadurch wird Glucose langsamer freigesetzt und gelangt langsamer ins Blut. Auf diese Weise vermindern sie den Blutzuckeranstieg nach den Mahlzeiten und Blutzuckerschwankungen.
Wirkungen
- Glucose wird im Darm langsamer freigesetzt und langsamer ins Blut aufgenommen
- vermindern den Blutzuckeranstieg nach den Mahlzeiten und Blutzuckerschwankungen
- verursachen als Monotherapie keine Hypoglykämie
Wirkmechanismus
Die Wirkung beruht auf der Hemmung intestinaler Enzyme (alpha-Glucosidasen), die am Abbau von Di-, Oligo- oder Polysacchariden der Nahrung beteiligt sind. Dies führt zu einer Verzögerung der Verdauung der erwähnten Kohlenhydrate.
Indikationen
Dosierung
Mit etwas Flüssigkeit direkt vor der Mahlzeit unzerkaut einnehmen oder mit dem ersten Bissen einer Mahlzeit zerkauen
Wirkstoffe
Kontraindikationen
- Überempfindlichkeit
- Schwere Niereninsuffizienz, chronische Darmerkrankungen
- Kinder und Jugendliche < 18 Jahre (mangelnde Erfahrung)
- Schwangerschaft und Stillzeit: siehe Fachinformation
Interaktionen
- Verminderung der Wirkung: Cholestyramin und Verdauungsenzyme
- Darmadsorbentien, z.B. Kohle
- Die Einnahme von Zucker kann zu Darmbeschwerden und Durchfall führen
- Zucker ist ein Disaccharid und deshalb zur schnellen Behebung einer Hypoglykämie bei der Therapie mit α-Glucosidase-Inhibitoren ungeeignet, weil die Spaltung in Glucose und Fructose inhibiert oder verzögert wird. → Glucose verwenden!
- Beeinflussung der Bioverfügbarkeit von Digoxin
Unerwünschte Wirkungen
- Gastrointestinale Beschwerden: Blähungen, Darmgeräusche, Durchfall, Bauchschmerzen, Übelkeit
- Weitere, seltener unerwünschte Wirkungen: Leberenzymanstiege, Ikterus, Leberversagen, Hautaffektionen, Oedeme


