5α-Reduktasehemmer
ArzneimittelgruppenZusammenfassung5α-Reduktasehemmer sind Arzneimittel zur Behandlung der Beschwerden und zur Vorbeugung des Fortschreitens einer gutartig vergrösserten Prostata. Ein 5α-Reduktasehemmer (Finasterid) wird zusätzlich zur Behandlung des erblich bedingten Haarausfalls bei Männern verwendet. Die Medikamente sind ausschliesslich für Männer bestimmt. Schwangere Frauen oder Frauen die schwanger werden könnten, dürfen nicht mit den Wirkstoffen in Kontakt kommen, da ein Risiko für das ungeborene Kind besteht.
synonym: Steride
Wirkungen
5α-Reduktasehemmer reduzieren die Grösse der Prostata, lindern die Symptome bei benigner Prostatahyperplasie, verbesseren den Harnfluss und verringern das Risiko einer akuten Harnverhaltung sowie den Bedarf für einen operativen Eingriff. Bei androgenetischer Alopezie (vererbtem Haarausfall) stabilisieren sie den Haarverlust.
Wirkmechanismus
Die 5α-Reduktasehemmer inhibieren das Enzym 5α-Reduktase und hemmen dadurch die Synthese von Dihydrotestosteron (DHT) aus Testosteron. DHT spielt eine Rolle bei der Vergrösserung der Prostata bei der BPH.

Indikationen
1. Benigne symptomatische Prostatahyperplasie: Behandlung der Symptome und Vorbeugung der Progression
2. Androgenetische Alopezie ausschliesslich bei Männern
Wirkstoffe

- Finasterid (Proscar® 5 mg) - bei benigner Prostatahyperplasie
- Finasterid (Propecia® 1 mg) - bei androgenetische Alopezie bei Männern
- Dutasterid (Avodart®)
Kontraindikationen
- Überempfindlichkeit
- Frauen und Kinder
- Schwangerschaft und Stillzeit: Schwangere Frauen oder Frauen, die schwanger werden könnten dürfen nicht mit dem Arzneimittel in Kontakt kommen, vgl. Fachinformation. Es besteht ein Risiko für den männlichen Fetus: 5α-Reduktase-Hemmer können die Entwicklung der äusseren Genitalien von männlichen Föten hemmen.
Vorsichtsmassnahmen:
- Überwachen von Risikogruppen; regelmässige Überprüfung auf Prostatakrebs
- Kein Nutzen bei Patienten mit Prostatakrebs
- bewirkt eine signifikante Abnahme der PSA-Konzentrationen im Serum
Interaktionen
- Finasterid: keine Interaktionen mit CYP
- Dutasterid wird durch CYP3A4 abgebaut
Unerwünschte Wirkungen
- Impotenz, Ejakulationsstörungen, verminderte Libido, Brustempfindlichkeit, Brustvergrösserung, Hodenschmerzen
- Hautausschlag, Juckreiz, Nesselfieber
- Überempfindlichkeitsreaktionen


